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AG Sozialepidemiologie

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher Ausgrenzung und Gesundheit.

Hintergrund unserer Perspektive ist dabei die Annahme, dass Marginalisierung krank macht, und Krankheit wiederum Marginalisierung begründen oder verstärken kann. Wir gehen daher davon aus, dass marginalisierte Patientengruppen innerhalb des Gesundheitssystems und in der Planung sozialmedizinsicher Interventionen besondere Berücksichtigung finden sollten. 

Gleichzeitig sehen wir die Analyse der Versorgung an den Rändern des Gesundheitssystems als eine Art Belastungstest, der strukturelle Probleme des Gesundheitssystems offenlegen und Lösungsansätze auch über unsere Zielgruppen hinaus vorschlagen kann.
   
Inhaltliche Schwerpunkte der AG sind dabei die Gesundheit und medizinische Versorgung von Asylsuchenden, der Zusammenhang zwischen Marginalisierung und psychischen Erkrankungen, sowie die Gesundheit benachteiligter Kinder und anderer vulnerabler Gruppen. 

 

Team:

Dr. med. Amand Führer, M.A.

apl. Prof. Dr. Andreas Wienke

Andreas Niedermaier (Doktorand mit HaPKoM-Stipendium)

Duc Nguyen (Doktorand mit HaPKoM-Stipendium)

Snezhina Wiermann (Doktorandin)

Marie Korn (Doktorandin)

Anna Freiberg (Doktorandin mit HaPKoM-Stipendium)

Lena Bauer (Doktorandin)

Karoline Wagner, M.A. (Doktorandin mit HaPKoM-Stipendium)

Ulrich Trohl (Doktorand)

 

Projekte: 

  • Zugangswege und Zugangsbarrieren zu zahnmedizinischer Versorgung von Asylsuchenden in Halle (Saale) – eine qualitative Studie.

In dieser qualitativen Studie wird auf der Grundlage von Leitfadeninterviews mit (ehemaligen) Asylsuchenden untersucht, ob die besondere rechtliche, sprachliche, soziale und ökonomische Situation von Asylsuchenden deren Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung beeinflusst. Besonderer Fokus liegt dabei darauf, die Zugangswege zum Gesundheitssystem und ggf. bestehende Zugangsbarrieren zu identifizieren und Strategien beim Scheitern des Zugangs zum Gesundheitssystem zu beleuchten.  

Das Vorhaben wird gefördert durch das Wilhelm-Roux-Programm der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

  • Die medizinische Versorgung von Asylsuchenden in Halle – eine Sekundärdatenanalyse des Jahres 2015. 

  • Medizinische Versorgung von Asylsuchenden nach §264 SGB V. 
  • Risikofaktoren für unvollständigen Impfstatus in der Schuleingangsuntersuchung. 
  • Evaluation der Usability des „Gesundheitsheftes für Asylbewerber“ in der medizinischen Routineversorgung von Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt. 

    Als Reaktion auf einen verschiedenartig erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem für Geflüchtete wurden in den letzten Jahren vermehrt Hilfsmittel für diese Patientengruppe entwickelt. Diese Materialien sollen Sprachbarrieren überbrücken helfen und die Navigation im Gesundheitssystem verbessern, wurden bislang jedoch kaum auf ihre Nützlichkeit im Alltag hin evaluiert. Anhand eines Mixed-Methods-Designs untersucht diese Studie daher mittels quantitativer und qualitativer Daten exemplarisch die Usability des seit 2017 in Sachsen-Anhalt eingesetzten „Gesundheitsheftes für Asylbewerber“.
  • Zahnmedizinische Versorgung von Asylsuchenden in Halle (Saale) – eine krankenhausbasierte Analyse der Versorgungssituation. 

    In dieser quantitativen Sekundärdatenanalyse werden das zahnmedizinische Krankheitsspektrum und das Inanspruchnahmeverhalten von Asylsuchenden im Jahr 2015 dargestellt. Im Zentrum steht hierbei, welche Beschwerden in dieser Patientengruppe auftraten, welches Behandlungsspektrum in Anspruch genommen wurde und welche Kosten dabei entstanden.

    Damit zielt diese Arbeit darauf ab, die bisher lückenhafte Datenlage zur zahnmedizinischen Situation von Asylsuchenden in Deutschland zu verbessern. Durch die Analyse des zahnmedizinischen Bedarfs und der Versorgung, sowie der gesundheitsökonomischen Konsequenzen soll beleuchtet werden, wie die langfristige Integration dieser Personengruppe in das Gesundheitssystem verbessert werden kann.


    Das Vorhaben wird gefördert durch das Wilhelm-Roux-Programm der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
     
  • Die narrative Konstruktion von Patienten mit Fluchterfahrung – Eine mixed methods-Studie unter Medizinstudierenden und Pflegeschüler/-innen. 

    Mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden werden in dieser Studie prävalente narrative Strategien in der Auseinandersetzung mit Patienten mit Fluchterfahrung unter Medizinstudierenden analysiert. Es wird untersucht, wie sie diese marginalisierte Patientengruppe wahrnehmen, welche Haltungen sie ihr gegenüber zeigen und wie individuelle Eigenschaften der Studienteilnehmenden ihre Auswahl narrativer Strategien beeinflussen.
  • Eine Sozialraumanalyse der Kindergesundheit in Halle (Saale).

    Gesundheit ist abhängig von den sozioökonomischen Lebensumständen. Besonders im frühen Kindesalter sind diese Einflüsse für die gesundheitliche Weiterentwicklung von gravierender Bedeutung. 

    Jedes dritte Kind in Halle (Saale) lebt nach statistischen Kriterien in ArmutObwohl die Stadt insgesamt eine positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung durchläuft, ist die Kinderarmut nach wie vor hoch, in manchen Stadtvierteln ist der Anteil der in Armut lebenden Kinder in den vergangenen Jahren sogar größer gewordenVor diesem Hintergrund will dieses Projekt anhand der Daten der Schuleingangsuntersuchung eine Analyse der Kindergesundheit für die verschiedenen Stadtviertel von Halle vornehmen, um zu sehen, ob diese Situation sich auch in einer Ungleichverteilung der gesundheitlichen Belastungen niederschlägt.

  • Die psychosoziale Versorgung von auf der Warteliste des Psychosozialen Zentrums für Migrant/-innen wartenden Asylsuchenden.

    Asylsuchende haben ein stark erhöhtes Risiko für psychische Beschwerden, während ihr Zugang zu medizinischer Versorgung rechtlichen Einschränkungen unterliegt (Kalt et al. 2013; Bozorgmehr und Razum 2015).  
     

    Dieses Problem wurde 2013 von der EU-Aufnahmerichtlinie (Europäisches Parlament) aufgegriffen, welche vorsieht, dass Aufnahmeländer innerhalb der EU besonders vulnerablen Asylsuchenden den Zugang zu geeigneter Behandlung ermöglichen müssen. Die aktuelle Literatur deutet jedoch an, dass sich das deutsche Gesundheitssystem bisher nur unzureichend den Bedarfen von Asylsuchenden geöffnet hat (Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.) 2019) und die Versorgung zu einem großen Teil über Einrichtungen außerhalb des Gesundheitssystems abgedeckt wird. 

    Eine dieser Institutionen ist das Psychosoziale Zentrum (PSZ) für Migrantinnen und Migranten in Halle (Saale). Hier besteht jedoch aktuell für den Beginn psychotherapeutischer Behandlung eine Wartezeit von knapp eineinhalb Jahren.  

    Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, wie die sich die Versorgung der auf der Warteliste befindlichen Patient/-innen gestaltet und welche Angebote ihnen zur Überbrückung der Wartezeit offen stehen. Die Frage nach möglichen Lücken in der Versorgung und der Notwendigkeit überbrückender Angebote lässt sich daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten. Um diese Wissenslücke zu schließen, möchte dieses Projekt anhand der Patientenakten der auf der Warteliste des PSZ erfassten Patient/-innen die Versorgungssituation bis zum Beginn der Psychotherapie analysieren.

  • Die Schuleingangsuntersuchung als subsidiäre Vorsorgeuntersuchung - eine risikobasierte Herangehensweise

 

Publikationen: 

Führer, Amand (2020): "Da muss sich jemand anders drum kümmern" - Die medizinische Versorgung von Asylsuchenden als Herausforderung für eine bio-psycho-soziale Medizin. Gesundheitswesen 82(2): 151–156

 

Führer, Amand; Tiller, Daniel; Brzoska, Patrick; Korn, Marie; Gröger, Christine; Wienke, Andreas (2020): Health-Related Disparities among Migrant Children at School Entry in Germany. How does the Definition of Migration Status Matter? IJERPH 17(1): 212

 

Führer, Amand et al. (2020): COVID-19: Wissensstand, Risikowahrnehmung und Umgang mit der Pandemie. ZEFQ doi: 10.1016/j.zefq.2020.06.002

 

Freiberg, AnnaWienke, AndreasBauer, LenaNiedermaier, AndreasFührer, Amand (2020): Dental Care for Asylum-Seekers in Germany: A Retrospective Hospital-Based Study. IJERPH 17(2672)

 

Wiessner, Christian; Keil, Thomas; Krist, Lilian; Zeeb, Hajo; Dragano, Nico; Schmidt, Börge; Ahrens, Wolfgang; Berger, Klaus; Castell, Stefanie; Fricke, Julia; Führer, Amand; Gastell, Sylvia; Greiser, Halina; Guo, Feng; Jaeschke, Lina; Jochem, Carmen; Jöckel, Karl-Heinz; Kaaks, Rudolf; Koch-Gallenkamp, Lena; Krause, Gérard; Kuss, Oliver; Legath, Nicole; Leitzmann, Michael; Lieb, Wolfgang; Meinke-Franze, Claudia; Meisinger, Christa; Mikolajczyk, Rafael; Obi, Nadia; Pischon, Tobias; Schipf, Sabine; Schmoor, Claudia; Schramm, Sara; Schulze, Matthias B.; Sowarka, Nicole; Waniek, Sabina; Wigmann, Claudia; Willich, Stefan N.; Becher, Heiko: Personen mit Migrationshintergrund in der NAKO Gesundheitsstudie – soziodemografische Merkmale und Vergleiche mit der autochthonen deutschen Bevölkerung. Bundesgesundheitsblatt 63: 279–289

 

Führer, AmandWienke, AndreasWiermann, Snezhina; Gröger, Christine; Tiller, Daniel (2019): Risk-based approach to school entry examinations in Germany – a validation study. BMC Pediatrics 19(1): 448

 

Führer, AmandWienke, Andreas; Tiller, Daniel (2018): Die Schuleingangsuntersuchung als subsidiäre Vorsorgeuntersuchung. Prävention und Gesundheitsförderung 14(2): 198–204

 

Führer, AmandNiedermaier, Andreas (2017): Ärzte als Grenzschützer. Ein sozialmedizinischer Fallbericht. Gesundheit braucht Politik 3

 

Führer, Amand; Eichner, Friederike; Stang, Andreas (2016): Morbidity of asylum seekers in a medium-sized German city. European Journal of Epidemiology 31(7): 703–706

 

Führer, Amand (2016): Asylbewerberleistungsgesetz: Abrechnung versus ärztliche Ethik. Deutsches Ärzteblatt 113(18): A 857

 

Führer, Amand; Eichner, Friederike (2015): Statistics and sovereignty: the workings of biopower in epidemiology. Global Health Action 8(1): 28262

 

Führer, Amand; Eichner, Friederike (2015): Verloren im Räderwerk. Eine interdisziplinäre Studie zur Gesundheit und medizinischen Versorgung von Asylsuchenden in Halle (Saale). Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin.